20.10.2008 – Gabi kommt
Heute um 18.35 landet Gabi in Lanzarote. Vorher nützen wir den Tag, um verschiedene Arbeiten auf unserer Tattoo-Island zu erledigen. Es sind zwar meist nur Kleinigkeiten, doch benötigen diese oft mehr Zeit, als man dafür einplant. Wir müssen uns auch noch mit dem Empfang von Wetterberichten beschäftigen, sowohl mit der Kurzwelle, als auch mit dem Satellitentelefon – das alles ist leider nicht so einfach, wie es nach der Beschreibung von Experten klingt. Aber wir machen Fortschritte.
Um 17.00 Uhr ist Michi geduscht und gekämmt und bereit zur Abfahrt mit unserem Leihwagen zum Airport bei Arrecife. In der Zwischenzeit bereiten Werner und ich ein leckeres Empfangsmenü vor: Melone mit Serranoschinken zur Vorspeise und Entrecote mit Kartoffel und Sauce vom reifen Brie. Anders wären wir den Käse nicht mehr losgeworden, denn die Reife war schon sehr fortgeschritten, fast schon zu sehr.
21.10.2008 – Cesare Manrique
Diesen Tag widmen wir dem berühmten Architekten Cesare Manrique, der mit seiner wirklich eindrucksvollen Architektur der Insel Lanzarote sehr viel Kultur geschenkt hat.
Wir sind schon früh auf den Beinen und unsere erste Station ist beim Ort Tahiche die „Cesar Manrique Fudacion“. Hier bestaunen wir seine berühmte Wohnhöhle, die sich der Künstler in den Lavastein hat meißeln lassen. Die Wohnung, Villa, Höhle - ich weiß nicht, wie ich dazu sagen soll - ist in einem tollen Zustand erhalten, wirkt sehr gemütlich, hat keine Ecken und bietet wundervolle und bizarre Aussichten in die vom erstarrten Lavagestein zerklüftete Landschaft.
Unser nächstes Ziel ist der Ort Guatiza, wo sich der „Jardin de Cactus - der Kakteengarten - befindet. Es ist Cesar Manrique’s letztes Werk, bevor er 1992 durch eine tragischen Verkehrsunfall sein Leben verlor. Hier bewundern wir in einem aus Lavagestein erbauten Oval 1400 Kakteenarten, die hier in einem wunderschönen Park auf Terrassen blühen und gedeihen. Mein Fotoapparat hat schon fast zum kochen begonnen, doch ich konnte den Finger am Auslöser kaum zurückhalten.
Die Fahrt führt uns nun weiter in den Norden, vorbei an Arrieta, einem sehr netten und vom Tourismus noch verschonten Platz nach „Jameos del Agua“, wo es eine weitere Attraktionen von Manrique zu besichtigen gäbe. Diesmal verweigern wir aber die Besichtigung des längsten Tunnels im Lavagestein.
Dafür sind wir schon sehr gespannt auf die letzte Station unseres Manrique-Tages, den berühmten „Mirador del Rio. Wir fahren zunächst von Jameos del Agua weiter die Küste entlang bis zum nördlichsten Ort Orzola, der auf uns noch sehr unverdorben und natürlich wirkt. Im Supermarkt kaufen wir Sandwich, Wurst und Käse und genießen unser Picknick an der Hafenmole.
Dann geht’s über Serpentinen auf ca. 450m über dem Meer zum „Mirador del Rio“, dem wohl beeindruckendsten Werk Cesar Manrique’s. Direkt in den Gipfel eines Berges hat der Künstler eine Halle, gänzlich ohne Ecken gebaut, in der man einen wundervollen Ausblick auf die Isla Graciosa und in die weiten des Atlantiks genießen kann. Nach diesem einzigartigen Blick müssen wir uns nun schon beeilen, um noch rechtzeitig den Sonnenuntergang in El Golfo zu erleben. Laut lokalem Radio findet der Sonnenuntergang pünktlich um 19.18 statt – hoffentlich geht sich das aus!
Die Route führt uns weiter durch Haria, der Ort, der im wahrscheinlich grünsten und fruchtbarsten Gebiet der Insel liegt, nach Teguise - wo wir schon den Sonntagsmarkt vor zwei Tagen besucht haben - und dann über La Santa nach Tinajo, wo der Timanfaya-Nationalpark beginnt. Man fährt durch eine wirklich beeindruckende Vulkanlandschaft, obwohl diese Öde auch etwas Beängstigendes ausstrahl. Vorbei geht’s an den Salinenfeldern in den kleinen Ort El Golfo, wo wir gerade noch die Sonne vor ihrem endgültigen Verschwinden erblicken.
Daheim fallen wir bald in unsere Betten, nachdem wir noch einen herrlichen Kaiserschmarren verzehrt haben.
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