27.10.2008 - Ruhetag
Nach so einem Tag wie den gestrigen tut ein Tag faulenzen wirklich wohl. Gabi und ich begeben uns zuerst in die Wäscherei, dann setzen wir uns schon am Vormittag in Sailor’s Bar, wo es gratis Internet gibt und ich in Ruhe mein Tagebuch schreiben kann.
Das Wetter ist dafür das Richtige – durchzogen würde man sagen: bewölkt, ab und zu regnet es, dann kommt die Sonne wieder hervor. Und weil wir gerade vom Wetter reden – das sieht für die nächsten Tage gar nicht gut aus: Heftige Winde sind in der Wettervorschau angekündigt, da heißt es also erst einmal abwarten.
Am Nachmittag begeben wir uns dann wieder in die Stadt, um notwendige Besorgungen zu erledigen. Heute wollen wir am Abend ein typisch kanarisches Gericht zubereiten, da man diese leider in keinem Lokal auf der Speisekarte sieht. Die Auswahl ist zwar nirgendwo zu klein, trotzdem gibt es eigentlich überall die gleichen Speisen. Fisch und Fleisch bestimmen die Auswahl.
So nehmen wir heute aus Werner’s Reiseführer die Tipps für typische Gerichte dieser Insel zu Hilfe und bereiten selbst einen „Puchero canario zu. Dies ist ein Eintopfgericht mit Fleisch, würziger Paprikawurst, Gemüse (Zwiebel, Zucchini, Kürbis, Paprika, …) und Apfel- und Birnenstücken, sowie Gewürzen. Das Ergebnis ist ein herrliches Abendessen, auch wenn das Fleisch etwas zäh war.
28.10.2008 – Es ist so Grün
Am Morgen lacht uns noch die Sonne ins Gesicht, doch nachdem wir gefrühstückt haben ziehen schon wieder dichte Wolken über uns. Pünktlich um neun steht unser Leihwagen vor der Türe. Und bald sitzen wir auch schon drinnen und suchen einmal einen Weg aus Las Palmas. Die Stadt ist nicht klein, der Verkehr ist sehr dicht und an die Straßenbeschilderung muss man sich auch erst gewöhnen. Irgendwann landen wir dann endlich auf einer Autobahn, auf der wir dann vorbei an der sehr beeindruckenden Altstadt fahren und nach einigen Versuchen, die richtige Ausfahrt zu finden, einfach eine Ausfahrt nehmen und de Straße in das Landesinnere folgen.
Schon bald geht es in die Höhe und wir sind stark beeindruckt vom üppigen Grün, dass die Gesamte Oberfläche der Landschaft bedeckt. Die Berge steigen steil in die Höhe und dazwischen geht in Schluchten tief hinab. Die Straße schlängelt sich sehr kurvenreich und eng entlang der Hänge. Michi muss sich sehr konzentrieren, denn auch hier gibt es viel Verkehr. Immer wieder halten wir, um die herrliche Aussicht zu genießen und natürlich auch um ein paar Fotos zu schießen.
In der sehr schönen Kleinstadt Teror kehren wir in eine Konditorei ein und bestellen uns Kaffee und Kuchen. Dann nehmen wir Kurs zum zweithöchsten Berg der Insel, zum Roque Nublo. Das Wetter ist leider nach wie vor nicht sehr günstig, für eine kleine Bergtour, trotzdem nehmen wir die Besteigung in Angriff. Der Weg ist zwar nicht lange, ca. ½ Stunde laut Reiseführer. Wir stehen in 1.600m Höhe und es ist schon hier sehr frisch. Der Wind bläst uns eisig ins Gesicht. Werner verbringt die Zeit lesend im Auto, während sich Gabi, Michi und ich auf die Tour begeben. Der Weg führt durch Nadelwald und felsiges Gelände bis in ca. 1.800m Höhe, von wo wir bei klarer Sicht eine traumhafte Aussicht hätten, doch leider stehen wir heute mitten in einer Wolke und sehen fast nichts.
Am Ende des Abstiegs stehen zwei Burschen und verkaufen Kanarische Spezialitäten. Nach einer Kostprobe ihrer Köstlichkeiten kaufen wir uns Mochos und Honiglikör. Die beiden haben uns wirklich Leid getan, denn die sind solche Temperaturen hier überhaupt nicht gewöhnt.
Wir sind nicht unglücklich, der Kälte wieder zu entkommen und fahren nun an die Südküste, der letzten Station des heutigen Tages. In Maspaloma gibt es einen einzigartigen Sandstrand in einer riesigen Dünenlandschaft. Der Ort selbst wird vom Massentourismus regiert. Man fährt vorbei an riesigen Hotelanlagen und Apartmenthäusern, bis man endlich den Strand zu sehen bekommt. Derzeit ist es glücklicherweise sehr ruhig, nur wenige Touristen bevölkern die Restaurants und Geschäfte unmittelbar neben der Dünenlandschaft.
Mit unserem Proviantpackerl suchen wir uns ein nettes Plätzchen mitten auf einer Düne und stillen unseren Hunger, dabei können wir ein paar Paragleiter bestaunen, die sich tollkühn mit ihren farbenprächtigen Schirmen aus dem Himmel in den Sand stürzen.
Die Heimfahrt führt über die Autobahn der Küste entlang. Im dichten Verkehr geht es zurück nach Las Palmas. Kurz nach der Stadteinfahrt erledigen wir noch die notwendigen Einkäufe für unser leibliches Wohl. Unser Abendessen nehmen wir auf einem Platz in der Nähe des Hafens zu uns, müde und erschöpft kehren wir kurz nach 23.00 Uhr auf unser Schiff und bald kehrt Stille ein – nur der Wind pfeift über uns hinweg.
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