Sonntag, 14. September 2008

10.09. - 13.09.2008 - Erinnerung an alte Zeiten

10.09.2008 – In der Calobra-Schlucht
Vor 15 Jahren betrat ich das erste Mal Mallorca, damals gemeinsam mit Flinse, Erich und dem Gerhofer Franzi, alle mit Mountainbikes und Rucksack ausgestattet. Zweck der Reise war Flinses Geburtstag, den wir jedes Jahr an Orten feiern, deren Namen in alphabetischer Reihenfolge aufsteigend waren. 1993 wäre der Buchstabe F an der Reihe gewesen – wie Formentera, die kleinste der Baleareninseln. Doch leider gab es keine Fähre, die uns dorthin gebracht hätte und so blieben wir in Mallorca.

Wir radelten also von Palma durch das Tramontanagebirge und verbrachten eine sehr denkwürdige Nacht in der Cala de Sa Calobra.

Denkwürdig deswegen, weil die Schlucht damals mit Wasser aus dem Gebirge gefüllt war und just in der Stunde der Damm aus Sand und Stein brach, der die Wassermassen aus dem Berg vom Salzwasser des Meeres trennte und sich zwischen den steilen Felswänden an der Mündung, wahrscheinlich in nicht so kurzer Zeit, aufgebaut hatte. Dies geschah genau in jenem Augenblick, als wir am Ende des Tunnels, der in die Schlucht führte, einen ersten Blick in das große, mit klarem Süßwasser, gefüllte Becken warfen. Innerhalb kurzer Zeit ergoss sich der gesamte in der Schluchtmündung aufgestaute Fluss ins Meer und wir verbrachten daraufhin eine Nacht im nun trockenen Flussbett.

Damals gab es gerade ein Lokal am Eingang der Schlucht. Heute sind es mindestens fünf oder sechs, aber auch die Anzahl der Schluchtbesucher hat sich vervielfacht.

Werner und ich besteigen um 13.00 Uhr die Fähre zum Torrent de Pareis, wie die Mallorquinen diesen Ort bezeichnen. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde und einige Passagiere benötigen Plastiksackerln, um den Wellengang auch richtig genießen zu können. Dort angekommen sind wir zwar nicht die Einzigen, je weiter man sich jedoch in die Schlucht bewegt, desto weniger Gleichgesinnte trifft man in der wunderschönen Landschaft.

Wieder zurück Port de Soller, werden wir von unseren Nachbarn am Steg empfangen und zu einem Glas Sekt eingeladen. Angela und Klaus, sowie Sandra und Axel kommen aus Freiburg (Baden-Württemberg) und haben in Alcudia eine Bavaria Cruiser 31 für eine Woche gechartert. Schon in Pollenca sind wir nebeneinander gelegen.

Michi und Gabi stoßen auch bald zu unserer geselligen Runde. Sie haben am Nachmittag die Gegend um Soller ausgekundschaftet. Zuerst ging es zum Leuchtturm und dann auf ausgezeichnet markierten Wanderwegen durch eine wunderschöne Landschaft. Dabei haben sie ein Lokal entdeckt, dass typische Speisen der Gegend anbietet und das zu sehr günstigen Preisen.

Es war dann nicht mehr viel Überzeugungskraft notwendig, das wir gemeinsam mit unseren Stegnachbarn dorthin essen gehen. Der Abend war wirklich sehr unterhaltsam - die Wellenlänge war die Selbe - und das Essen war ausgezeichnet (Gemüsesuppe, Huhn mit Ratattouille, Weißer Thunfisch, …).


11.09.2008 – Absprung nach Ibiza
Der Tag beginnt wie auch die meisten Tage bisher. Aufstehen, Frühstücken, Einkaufen, ein Internetlokal aufsuchen, um die Homepage wieder zu aktualisieren und mittags legen wir dann ab. Die heutige Strecke beträgt ca. 30 nm. Dazu benötigen wir bei normalen Wind- und Wetterverhältnissen ca. 7 bis 8 Stunden. Zuerst müssen wir gegen den Wind motoren, doch als der Wind dann stärker wird, setzen wir alle Segel und kreuzen unserem Ziel entgegen, durch „Freu de Dragonera“ vorbei an der Isla Dragonera nach Andratx. Dieser Ort ist uns allen unbekannt und wir wissen nicht mehr als im Hafenhandbuch darüber zu lesen ist.

Auf der Fahrt hat sich heute wieder einmal ein Fisch an unserer Leine festgebissen, diesmal aber ein kleiner, den wir abends zur Vorspeise verzehren. Dann gibt es Tomatensuppe, Tomaten mit Mozarella und Basilikum und Toasts mit Wurst und Käse - ein ziemlich üppiges Mahl, jedoch müssen wir unsere einmal angefangenen Lebensmittel aufbrauchen.

Abschließend begeben wir uns dann noch auf die Strandpromenade, um unsere neue Umgebung zu erkunden: wir sind in einer gut situierten Gegend gelandet. Alle Menschen, vorwiegend deutsche und englische Touristen sind gut gekleidet und die Lokale zeigen sich ebenfalls sehr gepflegt.


12.09.2008 – Wir bleiben heute in Andratx
Laut Wetterbericht soll es heute nachmittags regnen – das tut es aber schon am Vormittag und so ändern wir unseren Plan, schon heute nach Ibiza überzusetzen.

Die Gelegenheit ist günstig, um eine Wanderung zu machen. Michi und Gabi organisieren Wanderpläne im Touristenbüro und um 13.30 stehen wir adjustiert mit Wanderschuhen und Rucksack an der Bushaltestelle und warten auf die Linie 100. Die kommt aber nicht und so entschließen wir uns, gleich von hier wegzugehen. Laut Plan bietet sich dazu eine Route an und nach kurzer Suche befinden wir uns auf dem rechten Weg. Es geht anfangs steil bergauf, dann entlang des Bergkamms und schließlich befinden wir uns in luftigen Höhen und genießen die herrliche Aussicht.

Nun folgen wir Gabi, in der die Abenteuerlust erwacht ist solange, bis wir uns dann doch zur Umkehr entscheiden, denn Weg gibt es hier keinen und das Gelände wird immer steiler und unwegsamer. So kehren wir wieder auf den markierten Weg zurück und nach etwa drei Stunden erreichen wir die Ortschaft Arraco. Das letzte Wegstück legen wir dann mit dem Autobus zurück.

Heute haben wir wieder Internet am Schiff. Sofort stürzen wir uns ins Netz und ich will auch gleich meine Skype-Verbindungen testen. Der erste Anruf zu Babsi Haager klappt noch ganz gut, das Gespräch mit Lilli und Patricia ist leider nur mehr verstümmelt und so geben wir nach einer halben Stunde stammeln auf.

Abends gibt es Spagetti Carbonara, danach wandern wir noch für ein Bier in eine kleine Bar an der Strandpromenade und dann fallen wir in unsere Kojen. Die Nacht ist heute so richtig angenehm kühl. Ich bin darüber sehr glücklich, denn in den sehr warmen Nächte der letzten Tage konnte ich nicht gut schlafen.

13.09.2008 – Port d’Evissa
Um sieben läutet der Wecker – Tagwache. Heute geht’s nach Ibiza. Neuland für uns alle, diese Insel kennt man nur aus der Zeitung. Wir lassen uns also überraschen. Das Wetter ist so, wie vorhergesagt. Windstärke 3 – 4, eher 4 – 5, Wellen ca. 2m hoch und sobald wir die Bucht von Andratx verlassen haben werden die Segel gesetzt und es geht nach Ibiza in den Port d’Evissa.

Unterwegs meldet sich die Angelleine, zuerst hat jedoch nur ein Plastiksackerl „angebissen“, doch ein paar Stunden später hängt Fisch Nr. 3 am Haken. Diesmal 40 cm lang und ca. 1 kg schwer – zum Abendessen gibt’s daher Fish and Chips - sehr lecker (aber ohne Essig über die Pommes).

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