22.01.2009 – Martinique
Nach einem herrlichen Frühstück fahren wir mit der Fähre nach Fort de France. Von Pointe du Bout fährt alle halben Stunden eine Fähre nach Fort de France. Die Fahrt kostet in beide Richtungen 6,50 EUR und dauert etwa 15 Minuten.
Wir müssen auch in Martinique einklarieren, obwohl wir uns eigentlich in der EU aufhalten. Gestern war es schon zu spät, nachdem uns der Hafenkapitän fast eine Stunde warten ließ. Außerdem wurde ich schon am Vortag von mehreren Leuten gewarnt, nur ja nicht das offizielle Zollbüro in Fort de France aufzusuchen. Zuerst wollte man mich in das weit entfernte Le Marin im Süden der Insel schicken, denn dort sollen die Zollbeamten nicht so kompliziert sein, aber in Fort de France soll es wirklich eine Katastrophe sein.
Doch auf Grund dieser Situation gibt es in der Hauptstadt von Martinique den „Sea Services Shipchandler“, bei dem man offiziell einreisen kann. Es ist skurill, funktioniert aber völlig unkompliziert. Das Geschäft haben wir schnell gefunden, in der Rue Ernest Debroge, Nr. 109. Die nette Chefin erklärt mir kurz den Ablauf. Am Computer ist das Einreiseformular auszufüllen, anschließend druckt man es aus und dann wird es abgestempelt und von hier an den Zoll und die Einwanderungsbehörde weiter geleitet. Damit hat man aber nichts mehr zu tun. Dieses Service ist auch kostenlos. Ausreisen kann man auf denselben Weg.
Bei einem „Sea Service Shipchandler“ finden wir auch immer ein paar nützliche Dinge. Heute z.B. ein Putz- und Poliermittel für die GFK-Teile unseres Schiffes. Danach entdecken wir gleich gegenüber einen tollen Supermarkt mit großer Auswahl und günstigen Preisen. Vor allem finden wir hier wieder Lebensmittel in den Regalen, die unsere Herzen höher springen lassen. Die letzten Wochen waren diesbezüglich schon etwas eintönig, speziell was die Auswahl an Wurst und Käse betrifft. Wir kaufen uns ein paar schöne Steaks und Salat für den Abend. Dann schauen wir uns noch die Altstadt von Fort de France an.
Aus der Ferne sieht die Stadt aus wie eben Großstädte meist aussehen. Umgeben von grünen Bergkämmen auf der einen Seite, vom türkisblauen Meer auf der anderen Seite, ist die Stadt sehr schön eingebettet in die Landschaft. Am Stadtrand sind in den Jahren große Wohnsilos aus dem Boden gestampft worden, um der wachsenden Bevölkerung genug Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Anblick vom Schiff auf Fort de France aus ist nicht berauschend.
Ganz anders sieht man die Stadt, wenn man mit der Fähre gleich neben der Altstadt anlegt. Man steht sofort in engen Gassen mit netten kleinen Häusern, in verschiedenen Farben und meist mit bunten Schildern geschmückt. Die Markthalle im Zentrum gewinnt zwar mit ihrem Aussehen keinen Schönheitspreis, innen drinnen riecht es herrlich und man hat eine große Auswahl an Gemüse, Obst, Gewürzen bis hin zu Souvenirs. Die Stadt ist sehr belebt und überall sind die Menschen hilfsbereit und wirklich nett, obwohl die wenigsten etwas Englisch sprechen. Man wird nirgendwo angebettelt, so wie auch in der kleinen Marina, wo man fast nur bleiche Europäer sieht.
Wir fahren mit der Fähre zurück in die Marina. Einige Arbeiten am Schiff sind zu erledigen. Die Schrauben, mit denen der Mastfuß am Deck befestigt ist, müssen neu abgedichtet werden. Schon seit Wochen bemerken wir immer wieder Spuren rostigen Wassers am Eingang zur Nasszelle. Hier rinnt das Wasser durch die Schraubenlöcher, wenn das Dichtungsmittel durch Alterung spröde wird. Auch sonst sind noch Kleinigkeiten zu erledigen.
Am späten Nachmittag suche ich ein Internet-Cafe auf, um mit Patricia noch schnell ein paar Worte vor dem Abflug zu mir wechseln. Abends gibt es Steaks mit Reis und Salat. Es schmeckt köstlich. Dann marschieren wir aus dem Marinagelände raus, um auch die Gegend außerhalb einmal kennen zu lernen. Es ist reges Treiben in einer großen Auswahl verschiedener Lokale. Im „Havanna Cafe“ trinken wir Kaffee. Die Preise sind hier nicht einmal so schlimm. Trotzdem ist es hier überall sehr teuer, speziell wenn man in einem Lokal was essen will.
Es hat heute noch fast nicht geregnet. Eine Seltenheit. Doch als wir an Bord sitzen, beginnt es in Strömen zu gießen. Glück gehabt, wir sind trocken geblieben.
23.01.2009 – Ankunftszeit 19.40
Heute ist ein aufregender Tag. Um 19.40 Uhr landen Pitty, Lilli und Pauli am Flughafen Fort de France auf der Insel Martinique. Heute ist noch viel zu erledigen. Glücklicherweise haben wir gestern noch einen Leihwagen reservieren lassen, den wir heute um 09.00 Uhr bei „Jumbo Car“ abholen. Ein kleiner Renault Clio.
Wir haben rasche gefrühstückt, und dann sind wir zuerst zum Autoverleih gegangen. Nach wenigen Minuten sitzen wir im Auto und fahren los, nach Fort de France. Eine Strecke von ca. 40 km. Nach etwa einer Stunde erreichen wir die Stadt- Der Verkehr ist sehr stark. Auf einem Parkplatz am Altstadthafen lassen wir den Wagen stehen und gehen zuerst zum „Sea Service Shipchandler“, um den HONDA-Stromgenerator nochmals genau anzusehen.
Schon gestern habe ich ihn ins Herz geschlossen. Er ist unser neuer Mister X – dieser kleine aber feine Generator – immer Strom an Bord! Nachdem wir im Geschäft nebenan einen passenden Verbindungsstecker gefunden haben, kann ich mir nun diesen kleinen, nur 13 kg schweren Generator mit aufs Schiff nehmen. Gestern Abend haben wir noch über die Vor- und Nachteile dieser Anschaffung diskutiert.
Nachdem dieser erste, aber sehr wichtige, Weg abgeschlossen ist, trennt sich Michi von uns- Er muss in Fort de France für sich und Gabi ab Sonntag ein Hotelzimmer suchen und reservieren. Gabi kommt am 27. Jänner auf Martinique an.
Währenddessen fahren Werner und ich wieder in Richtung Marina, aber vorher stoppen wir noch bei Carrfoure. Wir wollen schon jetzt schauen, welche Lebensmittel wir für die längeren Schläge hier günstig einkaufen können. Dann fahren wir zu einer „Leader Price“-Filiale, wo man einkauft wie in Österreich bei „Hofer“. Hier kaufen wir den Proviant für die kommende Wochen ein.
In der Marina angekommen müssen wir alles schnell ausladen, dann haste ich unter die Dusche, rasiere mich und zieh mir meine beste Kleidung an. Michi ist in der Zwischenzeit auch am Schiff eingetroffen, nachdem er mit der Fähre in 13 Minuten von Fort de France in der Marina fuhr. Ich koche einen „Quoc au vin“, Werner hilft mir dabei, denn sonst hätte ich das alles nicht geschafft.
Um 18.45 Uhr setze ich mich in das Auto und fahre zum Flughafen. Um 20.06 landet die Maschine der Air France mit 26 Minuten Verspätung. Es dauert dann noch eine kleine Ewigkeit, bis meine Liebsten vor mir stehen. Ich bin der glücklichste Mensch. Ich habe schon während der ganzen Reise gespürt, wie sehr mir meine Kinder und Pitty fehlen. Nun sind Sie endlich da und ich kann Sie umarmen.
Wir laden das Gepäck in den Renault, setzen uns hinein und fahren los. Es dauert eine Ewigkeit, bis ich endlich den richtigen Weg gefunden habe. Mindestens drei Ortskundige Menschen haben uns den Weg beschrieben, aber mindestens ebenso oft bin ich nicht ans Ziel gekommen.
Endlich daheim essen wir den Quoc au vin, erzählen uns noch vieles, was sich in den letzten Monaten, Wochen, Tagen ereignet hat und irgendwann fallen wir dann todmüde in unsere Kojen. Es war ein wunderschöner Tag.
24.01.2009 - Geburtstag
Heute bin ich an der Reihe. Zuerst muss ich den Leihwagen zurück bringen, dann geh ich schnell zum Bäcker und hole frisches Baguette. Nicht zuviel, denn Pitty hat mir ein herrliches Kürbiskernbrot vom Felber mitgebracht. Und als wir dann beim Frühstück sitzen bekomme ich plötzlich eine Unmenge von Geschenken. Von Lilli und Pauli, von Pitty, von Michi und Werner, von Onkeln und Tanten und Freunden aus Wien. Ich bedanke mich bei allen für diese schönen und sehr passenden Überraschungen. Ich freu mich irrsinnig darüber.
Nach dem Frühstück wollen Patricia, die Kinder und ich mit der Fähre nach Fort de France fahren. Vorher muss ich die Marina bezahlen, dann warten wir noch fast eine Stunde, bis die Fähre ankommt. Kurz darauf steigen wir in der netten Hauptstadt von Martinique aus.
Wir marschieren kreuz und quer durch die engen Gassen mit kleinen, bunten Häusern, an denen meist zwei bis drei bunte Schilder über die Straße hängen. In den Gassen bewegen sich viele Menschen unterschiedlichster Natur. Wir kaufen auf einem Bauernmarkt eine schöne Wassermelone. Ein paar Meter weiter sitzen wir auf einer Bank und beissen in diese herrliche Frucht. Zum Abschluss gehen wir noch in ein Kaffeehaus auf Eis und Kaffee. Um 16.45 nehmen wir die Fähre nach Pointe du Bout.
Vor Sonnenuntergang gehen Lilli und Paul, Pitty und ich an den anhegelegenen Hotelstrand. Das Hotel selbst wurde im Oktober des Vorjahres ein Opfer des Hurrikans „Omar“. Es ist nur mehr eine Ruine. Der Strand ist nichts besonderes. Aber zum Schwimmen gerade richtig.
Um halb acht gehen wir auf ein Geburtstagsessen ins „Havanna Cafe“ und bekommen reichlich und gut zu essen. Anschließend sitzen wir noch im Cockpit unserer Tattoo und unterhalten uns über Gott und die Welt.
25.01.2009 – Wir legen ab
Wir stehen um 08.00 auf, bereiten ein üppiges Frühstück zu und beginnen uns dann, für die Abreise vorzubereiten. Lilli und Pauli verbringen diese Zeit noch am Strand. Heute soll es bis nach St. Pierre gehen, eine kleine Stadt, die 1902 bei einer gigantischen vulkanischen Eruption fast vollständig vernichtet wurde.
Um 12.50 legen wir ab. Schnell noch eine intensive Verabschiedung von Michi. Wir sehen uns in zwei Wochen wieder. Nach einer angenehmen Segelei erreichen wir unser Ziel ungefähr um 15.30. Wir ankern mit 40m Kette knapp vor der unter Wasser schnell steil abfallenden Küste. Auch hier sind die Spuren des Hurrikans „Omar“ zu sehen. Der Steg südlich von uns ist fast vollständig zerstört. Die Holzbeplankung wurde bis fast zum Ende von riesigen Wellen abgetragen. Man kann hier mit dem Dingi anlegen.
Wir spannen unser Sonnendach auf, machen an Deck alles klar, bereiten das Dingi mit Motor vor. Pauli schwimmt ans Ufer und sieht sich im Ort ein wenig um. Wir trinken gemütlich Kaffee. Vor Sonnenuntergang fahren wir dann noch nach Saint Pierre. Vor kurzer Zeit hat ein Faschingsumzug mit Trommlern stattgefunden. Nun stehen noch viele Menschen auf der Straße. Lokale und Geschäfte haben aber fast alle zu. Wir schauen uns ein bisschen um in den kleinen und dunklen Gassen des netten Ortes. Dann trinken wir noch eine Kleinigkeit in einem kleinen Hotelrestaurant.
Müde kehren wir an Bord zurück. Pauli hat das Schiff bewacht und für seine baldige Matura gelernt. Nun kochen wir ein Abendessen. Gratin mit Kartoffel, Paradeiser, Schafkäse und Zwiebel, dazu Tsatsiki. Als Dessert gibt es einen köstlichen Schokopudding von „Mont Blanc“ aus der Dose.
Der Tag war anstrengend und wir fallen bald in unsere Betten.
26.01.2009 – St. Pierre
Kurz nach 08.30 stehen wir auf. Lilli kümmert sich um das Müsli, Pauli hilft mit, Werner kocht Tee und Kaffee. Pitty und ich fahren mit dem Dingi an den Steg und holen frische Baguettes und Croissants vom Bäcker.
Nach dem Frühstück fahren wir in zwei Dreiergruppen wieder an Land. Wir wollen ausklarieren. Leider erfahren wir im Tourismusbüro, dass das Restaurant, in dem man diese Formalität erledigen kann, heute Ruhetag hat. Also müssen wir unseren Plan ändern, morgen schon nach Domenica weiter zu segeln. Wir erkundigen uns nach einem Leihwagen und überlegen dann, was wir nun tun werden. Zunächst werden wir den Leihwagen bestellen. Es ist nicht einfach. Nach zwei mühevollen Kilometern entlang der stark befahrenen Hauptstraße, die zum Morne Rouge führt, links ein Wildbach, rechts ein ansteigender Regenwald, auf der Straße viele Raser, erreichen wir die Firma „Jean Baptiste“, wo wir aber den Leihwagen nicht mieten können.
Wir sind etwas frustriert, denn es regnet heute schon seit der Nacht immer wieder. Ständig ist man durchnässt. Und wenige Minuten danach brennt die Sonne wieder vom Himmel und man hat die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Und nun auch das noch.
Wir müssen zurück und wie im Prospekt beschrieben in die Gasse an der Rückseite des Kaufhauses „Ecomax“. Hier stehen wir vor einem ausgestorbenen Firmenareal, wo im Inneren vor dem scharfen Hund in Handschrift auf einem Garagentor gewarnt wird. Da der scharfe Hund auch laut bellt, hören wir zuerst gar nicht die zarten Stimmen der Bürodamen. Doch dann trauen wir uns in das Büro und können nun endlich den Leihwagen bestellen. Morgen um 08.00 Uhr holen wir den Renault Clio von hier ab.
Anschließend suchen wir noch das Lokal, wo wir die Ausreiseformalitäten erledigen können. Dann geht es zurück auf das Schiff. Lilli und Pitty schwimmen zurück, während Pauli, Werner und ich mit dem Dingi fahren.
Der neue HONDA-Generator wird heute eingeweiht. Nachdem Öl und Benzin eingefüllt sind, springt er nach wenigen Zügen am Startseil an. Wir laden die Akkus meines Computers und schauen unsere Schnappschüsse der letzten Tage an. Kritisch werden sie begutachtet und was allen nicht gefällt, wird gelöscht.
Abends gibt es Gemüse und Tofu aus dem Wok, dazu Couscous. Wir gehen heute schon früh zu Bett, denn morgen müssen wir schon zeitlich aufstehen. Eine spannende Inselrunde steht am Programm. Gute Nacht!
27.01.2009 – In letzter Sekunde
Für Pitty und Michi beginnt der Tag schon um 07.00 Uhr. Um 08.00 wollen wir den Leihwagen abholen, vorher kaufen wir in der Bäckerei frische Baguettes. Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns für die Inselrunde fertig. Da wir derzeit zu fünft sind, unser Dingi aber für maximal drei Personen zugelassen ist, müssen wir sowieso in zwei Gruppen an Land fahren.
Ich bin in der ersten Gruppe, denn wir müssen heute vor der Inselrunde ausklarieren. Die Franzosen haben die Zollformalitäten privatisiert. Hier in St. Pierre erledigt man das in einer Bar. Man füllt am Computer ein Formular aus, druckt es anschließend aus, unterschreibt es und lässt es abstempeln und das war es auch schon.
Das Wetter hat sich nicht geändert, es ist eher noch schlechter geworden. Aber zum Glück sitzen wir heute im trockenen. Wir fahren zunächst in Richtung Norden über Morne Rouge nach Basse-Pointe. Hier geht es nun rechts nach Grand’Riviere entlang der Atlantikküste. Wir fahren durch große Bananenplantagen, kurz vor Grand’Riviere geht es dann durch tropischen Regenwald, über Brücken, darunter unendlich viel Grün – die Landschaft ist traumhaft schön. In Grand’Riviere erreichen wir das Ende der Straße. Der Ort ist sehr nett und von vielen Touristen besucht.
Nun fahren wir dieselbe Strecke in die Gegenrichtung, durch Le Lorrain, Marigot, Ste-Marie bis nach La Trinite. Wir kaufen für das Abendessen ein – heute gibt’s Schnitzel. Werner ist entzückt. Pauli wird höflich von einem Angestellten des Supermarktes hingewiesen, sich ein T-Shirt anzuziehen. Zum Glück hat er eines dabei.
Es ist nun 15.00 Uhr, Zeit umzukehren. Um 17.30 sollten wir den Renault spätestens zurück bringen. Die nette Dame vom Autoverleih hat uns noch extra eine halbe Stunde mehr Zeit gegeben, denn normal wäre um 17.00 Uhr Dienstschluss.
Wir fahren nun von La Trinite nach Gros-Morne, von hier führt eine enge Bergstraße nach Fonds-St. Denis. Ein Schild mit der Aufschrift „BARRE 7km“ steht neben der Straße, doch leider sind wir der französischen Sprache nicht mächtig. Aber nach 7 km wissen wir den Sinn dieser Warnung. Die Straße ist mit Geröll verschüttet und daher gesperrt.
Zum Glück haben wir in La Trinite kein Kaffeehaus gefunden, denn sonst wäre es jetzt noch später. Wir müssen nun die ganze Strecke wieder zurück und über Fort de France den Heimweg antreten. Es ist viel Verkehr und die Zeit vergeht viel zu schnell. Wir wollen beim Autoverleih anrufen, aber die Telefonnummer im Prospekt stimmt leider auch nicht mehr. Ungefähr zwei Minuten vor Halb sechs betreten wir das Büro. Es ist noch nicht geschlossen. Uns fällt ein Stein vom Herzen.
Wir schauen noch schnell ins Internetcafe, um uns für Morgen den aktuellen Wetterbericht zu holen. Leider verspricht er nicht allzu gutes Wetter. Windstärke zwischen 20 und 25 Knoten, Wellenhöhe 3 bis 4 Meter.
An Bord freuen wir uns schon alle auf Wiener Schnitzel. Patricia und Lilli werken fleißig in der Küche. Es ist das erste Schnitzel seit Monaten. Köstlich, traumhaft, …
28.01.2009 – Schwere See
Um 06.00 läutet der Wecker, um 07.10 legen wir ab. Wir setzen sofort das Großsegel mit dem dritten Reff. Es hat die ganze Nacht in Strömen geregnet und immer wieder haben heftige Windböen am Ankergeschirr gezerrt. Auch jetzt ist der Himmel noch Wolken verhangen und immer wieder regnet es.
Wir fahren die Küste Martiniques nach Norden. Noch gibt es wenig Wind und kaum Wellen. Doch sobald wir das schützende Land hinter uns gelassen haben, heult der Wind plötzlich mit 25 Knoten und mehr. Einzelne Böen erreichen fast 40 Knoten. Und riesige Wellen rollen genau von der Seite auf uns zu und schaukeln uns heftig hin und her. Pauli wird das ganze bald zuviel und er gibt sein Frühstück wieder zurück. Glücklicherweise erholt er sich aber bald wieder. Jeder sitzt verkrampft in einer Ecke und hält sich irgendwo mit aller Kraft fest.
Es ist auch für Werner und mich seit Beginn unserer Reise das ungemütlichste Wetter. Und das wird sich in den nächsten vier bis fünf Stunden nicht ändern. Immer Wieder ziehen Regenschauer über uns. Es ist allerdings egal, denn heute werden wir so richtig durchgespült. Immer wieder wird man von allen Seiten mit Wasser überschüttet, da spürt man die Regentropfen fast gar nicht mehr. Doch wir sind nicht alleine unterwegs.
Glücklich erreichen wir Scotts Head, den südlichsten Punkt Dominicas. Das Wetter ist aber auch hier noch genauso unfreundlich. Von den Bergen werden wir mit heftigen Fallböen begrüßt und heftige Regenschauer lassen uns schon das schlimmste befürchten. Denn die Insel Dominica soll laut Reiseführer die regenreichste Insel der ganzen Karibik sein – 10.000mm Niederschlag pro Jahr. Das ist ein Rekord, der uns nicht wirklich begeistern kann.
Wir erreichen gegen 14.00 Uhr die Hauptstadt Rosseau. Schon aus der Weite bemerken wir ein kleines Motorboot, das auf uns Zukommt. „Good Afternoon!“ – erst beim dritten Mal verstehe ich den freundlichen Gruß. Unser Boatboy heißt Dexter. Wir nehmen das Angebot an, für 40 EC$ pro Nacht an einer Boje anzulegen. Ich lasse mich dann für weitere 25 EC$ zum Zoll führen. Die Formalitäten sind rasch abgewickelt und ich kehre an Bord zurück. Wir vereinbaren mit Dexter einen Ausflug am morgigen Tag zu den „Victoria Falls“.
Nach Kaffee und Kuchen fahren wir an Land. Unser Liegeplatz ist nicht weit vom Steg des „Anchorage Hotel“ entfernt. Hier bekommt man alles, was man als Schiffsreisender benötigt. Allerdings zu weit überhöhten Preisen – für die Benützung der Dusche müsste man 10 US$ bezahlen. Wir werden uns hier nicht duschen. Vom Hotel marschieren wir entlang einer belebten Straße in die Stadt. Die Atmosphäre hier ist sehr angenehm. Die Menschen sind sehr freundlich und nicht so sehr geschäftsorientiert wie zuletzt auf St. Lucia. Man fühlt sich wirklich wohl.
Nachdem die drei riesigen Kreuzfahrtschiffe und der wunderschöne Klipper „Sea Cloud“ ihre Passagiere wieder eingesammelt haben und nun abgelegen, kehrt wieder Ruhe in Rosseau ein. Wir trinken am Marktplatz ein „Kubuli-Bier“, das Bier Dominicas. Kubuli nannten die Ureinwohner ihre Insel ursprünglich. Heute leben nur mehr hier auf Domenica die letzen Kariben in einem Reservat.
Es regnet schon wieder, so setzen wir uns in das nächst beste Sammeltaxi und lassen uns zurück zum „Anchorage Hotel“ chauffieren, gemeinsam mit ca. 20 Personen an Bord. Am Steg des Hotels wartet unser Dingi. Abends kochen wir Kukuruz, anschließend gibt es Kartoffelpüree mit Haschee aus Corned Beef.
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